hydraulischer Abgleich der Fußbodenheizung

Beim letzten Wannentreff war ja auch unser Sanitärmann anwesend. Die Bauherrin hat ihm unser Phänomen mit den unterschiedlich warmen Fußböden/Räume geschildert und auch das Wort “hydraulischer Abgleich” fallen lassen.

Seine Antwort: “Die Firma hat die Berechnung gemacht und wir haben die Einstellung nach den Werten vorgenommen.” Hä? Die Firma? Wir dachten er sei “die Firma”.

Die Voreinstellung hat er gmacht indem er die weissen Manschetten am Vorlauf auf die - von wem auch immer - errechneten Werte eingestellt hat.

Wenn man bspw. die Hausbau-Erfahrungen und Einträge beim Haustechnik-Dialog verfolgt sind wir nicht die einzigen Hausbauer, die mit dem Problem des hydraulischen Abgleichs irgendwie alleine dastehen.

Es sind nicht nur die Bodentemperaturen die sich unterscheiden, sondern auch die Raumtemperaturen differieren.

Anders ist es im Wohnzimmer - dort liegen drei Schleifen die von einem Thermostat geregelt werden - das hält die vorgegebene Raumtemperatur auch ziemlich genau (daneben steht ein digitales Thermometer) - aber eine Schleife ist immer wärmer als die beiden anderen …

Seit zwei Wochen versuchen wir also nun über die roten Drehknöpfe die Feinjustage selbst in den Griff zu bekommen und nähern uns langsam an. Profi-Equipment wie Ultraschall-Durchflussmesser oder ähnliches haben wir in unserem 40-teiligen Werkzeugsatz leider nicht gefunden ;-)

Hier noch mal die Ventile und Markierungen im Heizverteiler in Großaufnahme - an den roten Knöpfen drehen wir jetzt immer mal ein bisschen rum …

9 Kommentare »

  1. Christian schrieb,

    November 22, 2006 @ 8:03

    Hmm, eigentlich steht “die Firma” ja als Synonym für Mafia, FBI…! Ich vermute mal das mit Firma der Hersteller eurer Heizung gemeint ist, von den bieten viele diesen Service ihren Systempartnern an. Wegen Rechenkünsten & Pisa usw…

  2. Patrick schrieb,

    November 22, 2006 @ 13:32

    Blöde Frage, aber warum dreht ihr da dran rum?
    Habt Ihr keine Raumthermostate über die Ihr die Raumtemperatur regeln könnt??

  3. Hendrik42 schrieb,

    November 22, 2006 @ 14:44

    Man dreht daran rum, weil es für das Wohlbefinden (gleichmäßig warmer Fußboden) und für die Effizienz der Heizungsanlage (Thermostat regelt am besten nur bei externen Einflussen).

    Wenn im Wesentlichen über die Thermostate geregelt wird, dann stellt die Heizung mehr Energie zur Verfügung als Notwendig. Optimal ist es, wenn das Haus über die Heizkurve der Heizung immer gleich warm wird.

    Nicht vergessen: nach dem Verstellen der Ventile immer 24h warten, damit sich alles einregeln kann.

    Gruß, Hendrik (der seine Thermostate schon abgeklemmt hat, weil die nur noch Strom verbraucht haben)

  4. daskleinegelbehaus schrieb,

    November 22, 2006 @ 21:09

    Thermostate haben wir schon “Honeywell HCW 22″ - aber wie oben geschrieben regelt bspw. eines unserer Thermostate drei Heizschleifen - und die werden unterschiedlich warm … das lässt sich nur über die roten Knöpfe regeln.

    Also werden wir wohl noch ein bisschen dran rumdrehen …

  5. Patrick schrieb,

    November 24, 2006 @ 15:07

    Hmm… bei uns sind auf den Ventilen so weiße Stellmotoren, bei denen ein rotes Knöpfchen signalisiert, ob es gerade offen oder zu ist. Gesteuert vom Raumthermostat nehme ich an.
    Wie kann man da denn einfach dran rumdrehen?
    Und auf wieviel Grad habt ihr das Raumthermostat eingestellt, damit es nicht doch das Ventil dicht macht?

    Ich versteh das ganze nicht, vor allem weil sich durch konstante Bodentemperaturen doch keine konstanten Raumtemperaturen ergeben, oder? Schließlich heizt sich der Raum ja durch Sonneneinstrahlung auf, bzw. kühlt durch mehr oder weniger kalte Außentemperaturen über die Fenster ab.

    Helft mir mal, ich blicks scheinbar nicht :-)

  6. daskleinegelbehaus schrieb,

    November 24, 2006 @ 17:33

    Hi Patrick,

    der folgende Text stammt aus der Wikipedia - Stichwort Fußbodenheizung

    …. Mit dem Heizkreisverteiler kann jeder einzelne Heizkreis mittels eines Ventils hydraulisch abgeglichen werden. Der hydraulische Abgleich ist erforderlich, da die einzelnen Bauteile der Fußbodenheizung (z. B. Heizkreisverteiler, Rohrkreise etc.) verschieden hohe Strömungswiderstände erzeugen.
    Eine gleichmäßige Wärmeverteilung ist nur mit gleich hohen Strömungen in allen Heizkreisen möglich.
    Durch in den Heizkreisverteiler integrierte Durchflussmengenmesser kann der Volumenstrom (in Liter pro Minute) optisch sichtbar gemacht werden.
    Die Energiezufuhr wird mit Thermostaten (Raumregler), deren Temperaturfühler im Heizbereich (z. B. Wohnraum) montiert werden, geregelt. Der Thermostat gibt ein elektrisches Signal an den Stellmotor, der dann das entsprechende Ventil am Heizkreisverteiler öffnet bzw. schließt. …

    Und bei uns ist dieser hydraulische Abgleich nicht ganz optimal gelungen - die Thermostate und Stellmotoren (blau Uponor im oberen Bild) sind bei uns auch montiert - das alleine reicht aber nicht.
    Wie im vorletzten Kommentar beschrieben haben wir im Wohnzimmer bspw. drei Schleifen die alle von einem Thermostat angesteuert werden.
    Die Bodentemperatur müsste also, da die drei Stellmotoren vom Thermostat gleichmässig geöffnet werden, auch gleich sein. Ist sie aber nicht - da jede Schleife einen anderen Strömungswiederstand hat - und da versuchen wir durch das Verstellen der roten Knöpfe quasi ein Feintuning.

    Ich hoffe das war nicht zuviel Text. :-)

    Schöne Grüße,
    daskleinegelbehaus.

  7. Bernd schrieb,

    Januar 20, 2007 @ 12:23

    Der hydraulische Abgleich ist nun mal die wichtigste Einstellung.
    Sonst fließt das Wasser in die kürzeren Heizkreise und der Rest bleibt kalt!
    Jeder weitere Einstellversuch ist nutzlos. Die Stellantriebe regeln nichts. Sie “begrenzen” nur! Sie können den hydraulischen Abgleich nicht ersetzen. Sie sind nützlich bei externer Wärmeeinwirkung (Sonne)

    1. Schritt: Hydraulischer Abgleich d.h. gleiche Durchflußmenge in jedem Heizkreis. Ventile mit Durchflußanzeige (z.B.Taconova) vereinfachen das enorm.
    2. Schritt: Einzelne Räume (kühleres Schlafzimmer) im Durchfluß nach Bedarf begrenzen.Der Rest bleibt unverändert.

    Bernd

  8. Wolfgang Plümer schrieb,

    Januar 10, 2010 @ 18:40

    Hallo,
    interessante Beiträge zur Regelung von Fussbodenheizungen! Meine Erfahrung seit 1980:
    1. KEINE Raumfühler + Stellmotoren, stattdessen sitzt der Fühler zur Regelung der Fußbodenheizungstemperatur an der SÜDSEITE des Hauses. Dadurch wird die Einstrahlung der SONNE immer mit berücksichtigt. Dies geht aber nur, wenn die Ausrichtung und Größe der FENSTER die Nutzung der SONNE (und schöne Aussicht auf die Landschaft) so erlaubt.
    2. Den HYDRAULISCHEN ABGLEICH habe ich (bei drei Etagen) über die Hauptarmaturen an den Verteilern versucht: der Verteiler der obersten Wohnung wird am Vorlauf fast zugedreht, damit auch die Kellerwohnung genug Wärme bekommt!
    Gruß von Wolfgang Plümer

  9. Andreas schrieb,

    Februar 3, 2010 @ 10:24

    Meine Holde und ich haben ein freistehendes Zweifamilienhaus in die Gegend gesetzt. Die Fußbodenheizung stellt uns ständig neue Fragen. So wird es in zwei Räumen irgendwie nie richtig warm, obwohl das Thermometer 19,9 Grad anzeigt. Wie ich inzwischen durch Studium anderer Links erkannt habe, sind die Durchflußmengenmesser am Rücklauf lediglich ein Indikator für den Durchflußwiderstand der entsprechenden Schleife und nicht für die bereitgestellte Energie, habe ich das richtig verstanden? Dann ist mir noch etwas aufgefallen: In allen Anlagen, die ich im Net ausschnittweise sehen konnte, befindet sich an Vor- und Rücklauf ein Thermometer. Ich kenne das auch von anderen Heizanlagen - aber bei uns wurde vom Installateur keines ‘drangebaut, weder im Heizungskeller noch an den Verteilern. Die Steuerung der Schleifen läuft über Raumthermostate, Außentemperaturabgriff mit Temperaturfühler. Wie kann ich feststellen, ob der Installateur uns verarscht hat? Eine Einweisung erfolgte auch nicht, weil wir nicht den Heizkessel des von ihm bevorzugten Anlagenherstellers gekauft haben. Ich hab ‘ mich durch sämtliche Bedienungsanleitungen und Menus selber durchfuttern müssen.

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