Wärmeschutzglas vs. Hochwärmeschutzglas - die Entscheidung
Unsere Baufirma hatte uns vor einigen Tagen höher gedämmte Fenster (Ug-Wert 0,7W/m²K statt 1,1W/m²K) gegen Aufpreis angeboten. Da die Fenster nun langsam bestellt werden müssen, muß auch eine Entscheidung her. Also haben wir uns mal aufgemacht zu ergründen ob wir die Fenster nehmen:
Den Fenstermann haben wir am Freitag besucht - dort konnten wir uns den Aufbau der Fensterrahmen, Verriegelungen etc. anschauen - sah für uns Laien alles sehr ordentlich aus. Die Scheiben konnten wir uns auch anschauen - aber ausser dem dickeren Aufbau (3-fach Glas mit 36mm Stärke statt 2-fach Glas mit 24mm im Profil) konnten wir nicht wirklich viel erkennen. Den Verlust bei der Lichtdurchlässigkeit bezeichnete er als sehr gering - fünf bis sechs Prozent.
Also weiter in der Informationsbeschaffung.
Einen Rechner, mit dem die mögliche Energieeinsparung berechnet werden kann, findet sich auf der Seite von “Energiesparen mit Glas” - der Rechner taugt in der Onlineversion nur für den Vergleich von Einfach- und Isolierglas zum Wärmeschutzglas. Da er nach der (kurzen) Berechnung jedoch auch die Berechnungsformel inkl. Erläuterungen der Parameter auswirft, kann man die Berechnung für eigene Werte leicht nachvollziehen. Für uns ergibt sich danach bei aktuellen Energiekosten eine mögliche Ersparnis von 75 Euro/Jahr.
Hergestellt werden unsere Fenster von der Fa. Wirus Fenster. Auf deren Internetseite werden in der Rubrik Verglasung die unterschiedlichen Typen anschaulich per Animation dargestellt - die verwendeten Produktbezeichnungen lassen vermuten dass hier Scheiben des Herstellers Interpane zum Einsatz kommen.
Neben zwei Broschüren (Bauen mit Glas, Wohnen mit Glas) gibt es hier online auch eine detaillierte Übersicht “Licht- und Strahlungstechnische Werte” der von Interpane hergestellten Gläser - sehr interessant.
Unser Fazit:
Den Break-Even-Point (ohne Verzinsung der Mehrinvestition) würden wir nach gut elf Jahren erreichen - die Energieersparnis dürfte in den nächsten Jahren bei steigenden Preisen höher werden so dass wir mal von zehn Jahren ausgehen wollen.
Im Wohn-/Ess-Bereich haben wir eine nach Süd-West ausgerichtete Fensterfläche von ca. 16 Quadratmetern - ein sonnenhemmender Effekt, und damit kühlere Räume, wird sich durch den Austausch der Scheiben nicht ergeben.
Nachträge bei Erdarbeiten wg. Fels, Elektroinstallation, Innentüren, Treppe etc. stehen noch aus - hier wissen wir noch nicht ob wir den geplanten Rahmen tatsächlich halten können oder mit weiteren Zusatzkosten rechnen müssen.
Das Hochwärmeschutzglas wird bei uns ergo nicht verbaut werden.
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